Der Förderverein Kunst, Kultur und Wissenschaft Geisa e.V. und die Stadt Geisa hatten zu einer ihrer außergewöhnlichen Abendveranstaltungen in die ANNELIESE DESCHAUER Galerie eingeladen. Das interessierte Publikum war gespannt auf die Reise „über den Wolken“.

Die 2. Vorsitzende des Fördervereins, Dagmar Nicklich, begrüßte die Besucher mit herzlichen Worten, stellte die Ziele des Fördervereins vor und gab einen Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen. Danach steigerte sie die Spannung auf den Vortrag mit ihren kürzlich erworbenen Eindrücken eines Tandemfluges mit dem Gleitschirm und machte das Publikum neugierig auf die Erzählungen des Fluglehrers Franz Grapke aus Geisa, dessen langjähriges Hobby zu seiner Passion wurde. In einem Interview stellte der Leiter des Fotozirkels im Förderverein, Dieter Kiel, fragen an Franz Grapke über sein Hobby, die Fliegerei.

Es folgte ein Bildervortrag: Leonardo da Vinci bis zum Ultraleichtflugzeug, es gab Wissenswertes über das Flugzeug und den Gleitschirm, ein Gleitschirmvideo „Aufwind im Stubaital“ und einen Bildvortrag über das Gleitschirmfliegen. Spannend wurde es auch mit den Gleitschirmvideos „Gleitschirmflug in die Dolomiten“ und „Flugarena Socatal Slowenien“. Das interessierte Publikum erfuhr einiges über die Anfänge der Fliegerei, die ersten Fluggeräte, über Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge und Gleitschirmflieger. Neben einzigartigen Bildern aus der Vogelperspektive gab es imposante Videoausschnitte über den Wolken, mit Blick auf Geisa oder die Alpen. Das Publikum hatte im Anschluss bei einem Getränk noch Möglichkeiten zum Gespräch und nutzte diese gerne. Dieter Kiel bedankte sich für den interessanten Vortrag und übergab ein Geschenk zur Erinnerung eine außergewöhnlich schöne Abendveranstaltung in der Galerie.

Pilot Franz Grapke im Gleitschirmflug über Geisa (Foto: Ilona Will)

Flieger aus Leidenschaft

In Geisa wurde Franz Grapke 1951 geboren, bevor seine Eltern im Sommer 1952 über die damalige „Grüne Grenze“ mit ihm flüchteten. Er wuchs im Sauerland auf und war von 1954 bis 1955 wieder in Geisa bei seinen Großeltern. Doch bevor die „Grüne Grenze“ geschlossen wurde brachte ihn sein Großvater wieder zurück ins Sauerland. Als Kind entwickelte er ein sehr großes Interesse zur Fliegerei, da sein Vater oft von den Fliegern auf der Wasserkuppe erzählte und in der Nähe seines Wohnortes Altena ein Flugplatz war. Schon als Kind baute er kleine flugfähige Flugmodelle und ferngesteuerte Flugmodelle wurden im jugendlichen Alter gebaut und geflogen. Mit 16 Jahren begann Franz Grapke eine Ausbildung zum Segelflieger und danach zum Motorsegelflieger am ortsnahen Flugplatz Altena-Hegenscheid. Anschließend unternahm er viele Segelflüge über den Alpen und auch in Spanien.

Nach der Grenzöffnung 1990 kehrte Franz Grapke zurück nach Geisa, wurde Mitglied im Luftsportverein Plätzer bei Hünfeld und machte eine Ausbildung als Fluglehrer für Segelflug, Motorsegler und Ultraleichtflug. Seitdem ist er Fluglehrer auf dem Flugplatz Plätzer. Doch die Faszination Fliegen begeisterte ihn so sehr, dass er eine Ausbildung als Gleitschirmflieger 2007 auf der Wasserkuppe und in Südtirol absolvierte. Es folgten Gleitschirmflüge in der Rhön und in den Alpen. Als Mitglied im Förderverein Kunst, Kultur und Wissenschaft Geisa e.V. war es für ihn eine große Freude, der Bitte für einen Vortrag über das Fliegen im Rahmen einer Abendveranstaltung in der Galerie nachzukommen.

Unterstützt wurde er dabei tatkräftig von seiner Partnerin Ilona Will aus Geisa, die ihn seit vielen Jahren bei seinem Hobby unterstützt und ebenfalls Mitglied im Förderverein ist. Der Vortrag begann mit Musik von Reinhard May „Über den Wolken“ mit ausgewählten Bildern. Der passionierte Gleitschirmflieger Franz Grapke verstand es dann auch, die Besucher in eine spannende Zeitreise zu entführen – von Leonardo da Vinci bis zur Fliegerei der Gegenwart. So erlebten die Anwesenden einen unterhaltsamen Abend mit beeindruckenden Fotos und faszinierenden Videos sowie einem historischen Rückblick über das Fliegen.