Der Künstler wurde am 10. März 1927 in Eberswalde geboren und verstarb am 6. Juni 2010 in Saint-Pierre-de-Vassols (Provence/Frankreich). Er gestaltete in seinen neusurrealistischen Bildern und Skulpturen überwiegend erotische und mythologische Themen. Mit 33 Jahren wird der 1927 geborene Paul Wunderlich berühmt. Grund ist ein Skandal, den er 1960 mit seiner Lithographie-Bildfolge (Glossar) „qui s’explique“ auslöst. Die Hamburger Staatsanwaltschaft beschlagnahmt sie wegen Unzucht. Das Museum of Modern Art in New York kauft das Werk jedoch und verhilft ihm so zu internationalem Ruhm. Erotische Themen, die er aus mythologischen Sagen herleitet, sind Teil seiner Werke. So auch in seinen plastischen Arbeiten.

Inspiriert von Dalí

Inspiriert wird er vom surrealistischen Maler und Bildhauer Salvador Dalí. Zur Bildhauerei findet der Grafiker, Zeichner und Maler jedoch erst in den 1980er Jahren, als er sich auf Skulpturen und insbesondere auf Bronzeskulpturen zu spezialisieren beginnt. Diese fertigt er im Wachsausschmelzverfahren an. Vorher studiert er Freie Graphik zwischen 1947-51 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und nimmt danach dort einen Lehrauftrag für die Techniken der Radierung und der Lithographie (Glossar) an. Nach einem dreijährigen Aufenthalt in Paris, kehrt er noch einmal für fünf Jahre als Professor an die Hochschule zurück.

Mit Techniken experimentiert

Schon während seines Studiums wird er von dem Expressionisten Emil Nolde beauftragt, dessen Radierung „Der König und seine Mannen“ zu drucken. Darauf folgt der Druck von elf Lithographien (Glossar) für die Erzählung „Ann Eliza Reed“ des expressionistischen Malers, Grafikers und Schriftstellers Oskar Kokoschka. In den 1960er Jahren experimentiert Wunderlich immer wieder mit unterschiedlichen Techniken. So arbeitet er stetig an seinem Können bei der Gouachetechnik (Glossar) und nutzt eine Spritzpistole und Schablonen für seine Bilder. Auch fotografische Vorlagen dienen ihm zur Inspiration. Darunter auch Fotografien seiner Frau, der Fotografin Karin Székessy. In den 1970er Jahren beschäftigt er sich unter anderem stark mit einem Künstler aus der Renaissance: Albrecht Dürer. Er deutet die Bildmotive surrealistisch um und nennt dies seine „Dürer Paraphrasen“ (Umschreibungen).
Bis zu seinem Tod 2010 lebt er als freischaffender Künstler in Hamburg und der Provence.