„Ich kann dir nichts lernen, alles was du kannst, steckt in dir…“. Diese Aussage des bekannten Künstlers Wassily Kandinsky zu seiner Schülerin Gabriele Münter konnte in der am 28. Februar 2020 eröffneten Vernissage und Kunstausstellung der jungen Künstlerin aus Bermbach Luisa Diel nur bestätigt werden.

Die 20-Jährige stellt in den nächsten Wochen eine Auswahl ihrer Werke in der ANNELIESE DESCHAUER GALERIE aus. Zur Vernissage kamen mehr als 100 Gäste, die mittlerweile schon auf die regelmäßigen Aktionen der Galerie und des Fördervereins gespannt sind. Vereinsvorsitzende Doris Heim freute sich über den großen Zuspruch.

Sich der Jugend zu widmen ist dem Förderverein Kunst, Kultur und Wissenschaft Geisa e.V. ein besonderes Anliegen. Luisa Diel und ihre Familie sind besonders stolz, dass sie für eine Ausstellung in der ANNELIESE DESCHAUER GALERIE in Geisa ausgewählt wurde.

Ihre ausgestellten Arbeiten umfassen Acrylmalereien, Bleistift- und Kohlezeichnungen sowie ihre Seminarfacharbeit aus ihrer Zeit im Gymnasium Vacha. Sie experimentiert gekonnt mit den verschiedenen Mitteln und hat ein wunderbares Farbgefühl. Ihre Acrylmalereien erinnern an die impressionistischen, expressionistischen und kubistischen Malstile der Moderne.

Der scharfe Blick für Farben

Bereits im Schulalter wurde sie zu Hause am Küchentisch durch ihre Großmutter an Farben und Malen herangeführt. Feedbacks ihrer Eltern lassen sie weiter lernen und ausprobieren. „Schauen, sehen, probieren, lernen“ – so fand sie Schritt für Schritt zu ihrem Stil. Auch in ihrer jetzigen Goldschmiedelehre und diversen Praktika kommt ihr das zugute. Ihre Laudatorin Michaela Heckel, seit 2005 selbstständige Diplom-Restauratorin aus Hünfeld, bescheinigt ihr einen ausgesprochen scharfen Blick für Formen, Farben und Details von Beginn an. Das konnte sie an einem ersten Projekt, der Restauration eines Pferdebildes durch Luisa Diel sofort erkennen.

Stammbaum aus Blumen

Luisa Diel besuchte keine Mal- oder Zeichenkurse, lernt autodidaktisch und ist offen für Hinweise und Ratschläge. Malen ist für sie Entspannung von Schule, Lernen und Ausbildung. „Es waren immer Bilder für nur zu Hause“, sagt sie.

In ihrem Bild „Lieblingsblumen“ gestaltete sie den Stammbaum ihrer Familie, indem sie die Lieblingsblumen eines Jeden in Beziehung setzt. Der Blick aus dem offenen Fenster eröffnet einen Blick in eine weite Landschaft.

Erinnerungen an die Kindheit

Die Entwicklung von Luisa Diel zeigt sich im Vergleich zweier Porträts, die in der Ausstellung zu sehen sind. In der „Winterlandschaft“ erinnert sie sich an besondere Begebenheiten ihrer Kindheit zu Hause in Bermbach, verknüpft diese aber z.B. mit für sie besonders beeindruckenden Architekturen und Gebäuden.

Gesangsduo beeindruckte

Aber auch in der musikalischen Umrahmung wurde Raum der Jugend gelassen. Die Band „Annjual Acoustics“ aus Dermbach mit dem Gesangsduo Julia und Annalena Sell überzeugte in ihren Darbietungen durch einen passenden, klaren und eindrucksvollen Gesang. Eine Nicht-Cover-Band, wie sie ausdrücklich erwähnen. Sie präsentierten eigene Lieder – inspiriert durch das, was sie als Jugendliche beschäftigt und passten mit ihrer Liedauswahl genau zur Intension der Vernissage.

„Die Kunst ist die stärkste Form von Individualismus, welche die Welt kennt.“, sagte schon Oscar Wilde. Sowohl in der bildnerischen als auch musischen Kunst gelang dies an diesem Abend in hervorragender Weise in Kombination.

Kreativ sein und Freude daran haben

In ihrer kurzen Ansprache machte die 2. Vorsitzende des Fördervereins Dagmar Nicklich auf weitere Projekte aufmerksam, wie „Einmal Designer“ oder den nächsten Termin am 18. März „Handgefertigtes aus Papier“ mit dem Thema Geschenkverpackungen. Sie lud alle herzlich ein, die kreativ sein möchten und Freude daran haben. Denn „Jeder ist ein Künstler“, sagte schon Joseph Beuys.

Antje Neiße

von rechts: Vereinsvorsitzende Doris Heim, Dipl.-Restauratorin Michaela Heckel, die junge Künstlerin Luisa Diel mit ihren Eltern (Foto: Werner Ziesch)

Der Förderverein freute sich über den großen Zuspruch zur Eröffnung der neuen Kunstausstellung in der ANNELIESE DESCHAUER Galerie (Foto: Lutz Knauf)